Goldener Käfig

Alles ist immer eine Sicht der Betrachtung. Sitzen wir drinnen, oder sind wir draußen. Dabei ist die sicht ja gar nicht so verschieden, von drinnen sehen wir wenn wir nach draußen schauen, Gitterstäbe. Schauen wir von draußen nach drinnen, so sehen wir ebenfalls Gitterstäbe. Der drinnen sitzt, träumt wie es wohl draußen wäre, der draußen sitzt genau das Gegenteil.

Ein Politiker hat einmal gesagt, Österreich ist eine Insel der Seligen, sogar ein Papst hat diesen Ausspruch bei einem Österreichaufenthalt übernommen. Wir Österreicher, die also drinnen – in Österreich lebten, fühlten uns glücklich und zufrieden. Wir sind im goldenen Käfig gesessen und es hat uns an nichts gefehlt. Und es gab viele Länder draußen, rund um Österreich, die uns beneideten.

Es gibt Menschen, die sitzen im Goldenen Käfig und sind glücklich und zufrieden, andere vertreten die Meinung, sie wollen frei sein und lieben ihr unabhängiges Leben. Daher würden sie nie in einem goldenen Käfig leben wollen. Nun muß man aber genau hinschauen, wie denn ihr freies Leben draußen ausschaut. Job frustrierend ohne Aufstiegsmöglichkeiten, Beziehung Alltag, auch eine allfällige Frühpension scheint nur verlockend, allerdings kann man auch hier nur mit dem Leben, was an Pension finanziell hereinkommt.

Somit legt die finanzielle Situation den Lebensstandart fest, ergo haben uns auch draußen die Gitterstäbe erreicht. Wir sind nur so frei, wie wir es uns leisten können. Damit steht fest, wer im Goldenen Käfig sitzt, ist nicht unfreier als der der draußen ist. Alles ist eben relativ, es kommt auf viele Faktoren an. Und genau diese Faktoren die uns wichtig sind, können wir selbst definieren. Wir alleine können bestimmen, auf welcher Seite wir Leben möchten.

Der Schlüssel zum Goldenen Käfig liegt sozusagen in uns selbst. Diese Entscheidung sollten wir uns einmal vor Augen führen und nachdenken, ob wir nun drinnen oder draußen sein möchten. Der Blick durch die Gitterstäbe schärft unsere Sichtweise. Symbolisch gemeint, ist der Schlüssel nicht zum Aufsperren der Türe da, sondern zum Sinn unseres Lebens. Machen wir uns immer bewußt, wo wir gerade stehen, lassen wir unseren Blick nicht durch Emotionen trüben. Denn wie wir wissen, hat alles im Leben zwei Seiten.

In diesem Sinn wünsche ich euch eine kurze angenehme Arbeitswoche.

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